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Umkehr

Mit dem Abrahamischen Team

12.  September 2018


Evangelische  Akademie - 19.30 Uhr
Römerberg 9, Frankfurt


Das Abrahamische Team: Petra Kunik, jüdische Vorsitzende der GCJZ, Hilal Akdeniz, Soziologin, Journalistin; Pfarrer, Veit Dinkelaker, Bibelhaus Erlebnis-Museum.

Den Beginn des jüdischen Jahres 5779 Rosch Ha-Schana (10. September 2018) feiern wir Juden nicht mit Lärm und Raketen. Wir gehen in die zehn Bußtage, die Tage der Besinnung. Jede/Jeder soll sein
Verhalten im vergangenen Jahr überdenken. Wie habe ich als Mensch und als Jude/Jüdin gelebt. Nur wer sich mit seinen Mitmenschen versöhnt hat, kann am 10. Tischri, dem Höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, dem Versöhnungstag feiern.

Im Talmud steht: Der Gelehrte Rabbi Elieser 90-130 n.Chr.) lehrte:
„Kehre um einen Tag vor deinem Tode!“ Irritiert fragten seine Schüler: Aber weiß denn ein Mensch, an welchem Tag er sterben wird? Elieser sagte ihnen: Umso mehr soll er heute umkehren, vielleicht stirbt er morgen. So ergibt sich, dass er alle seine Tage umkehrt.

Nicht nur der „Gang nach Canossa“ ist sprichwörtlich: „Kehrt um, tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen“ – so lautet zusammengefasst die Botschaft des Jesus von Nazareth (Mt 4,17). Christliche Erneuerungsbewegungen wie die Bettelmönche rufen im Laufe des Mittelalters der Kirche und dem Christentum immer wieder den lateinischen Bußruf zu: „Poenitentia agite!“ So verweist auch Martin Luther auf das Evangelium und schreibt in der Ersten sei-ner 95 Thesen, „dass das ganze Leben der Gläubigen Buße sein soll“. Das Leben eines Menschen verläuft nie geradlinig.

Der Islam bietet Muslimen besondere Anlässe  zur Umkehrung, zum Beispiel an den letzten 10 Tagen des Ramadan. Während dieser Tage haben Gläubige die Gelegenheit, von ihrem Schöpfer aber insbesondere von ihren Mitmenschen, um Vergebung zu bitten.